KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS BLEIBT!
Protestmail

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Protestmail

Liebe FreundInnen des Amerlinghauses!

Die Lage des Amerlinghauses ist ernst wie nie zuvor. Wir ihr wahrscheinlich wisst, wird das Haus seit Jahren konsequent unterfinanziert. Die Subventionen sind seit Jahren gleich geblieben, doch alle anderen Kosten wie Miete, Gehälter oder Betriebskosten sind gestiegen. Nun soll das Haus in der bisherigen Form aufgelöst werden!

Wir ersuchen euch nun, als ersten Schritt das unten angeführte Protestmail an die zuständigen Stellen zu schicken und möglichst breit weiterzusenden! Daneben ersuchen wir euch um eure Kreativität: sprecht PolitikerInnen an, sendet LeserInnenbriefe, diskutiert, seid lästig!

Fakten: Amerlinghaus bezahlt Gesiba-Spekulationen Das Haus ist in einer Schuldenfalle. Die Mietschulden bei der Gemeinde-eigenen Gesiba, die das Haus verwaltet, steigen immer mehr. Die Gesiba hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal mit einer Räumungsklage gedroht. Daneben können Teile der September- und die Oktober-Gehälter nicht bezahlt werden und in Teilen des Hauses wurde bereits der Strom sowie das Internet aufgrund von unbezahlten Rechnungen abgedreht.

Seit Wochen verspricht uns die Gemeinde, dafür zu sorgen, dass wir zumindest das nötige Geld für die laufenden Zahlungen sofort erhalten.
Jetzt knüpft sie dies plötzlich daran, dass wir SOFORT ein Konzept zur Umstrukturierung des Hauses für die Zeit nach Juni 2012 vorlegen, in dem weitere Einsparungen in der Höhe von ca. 50.000 Euro jährlich sowie ein Verzicht auf den Großteil der Räume im Amerlinghaus enthalten sind. Die Schulden des Trägervereins, für die der Vorstand natürlich haftet, wachsen kontinuierlich an.
Die Gruppen im Amerlingshaus bezahlen real die Verluste der Gemeinde-eigenen Gesiba, die laut Rechnungshofbericht im Gasometer-Shopping-Center Millionenverluste macht. Die Gesiba verlor dort 2010 im Rahmen einer Sanierung 6,4 Millionen Euro, zusätzlich wurden von der Gemeinde die Stromrechnungen erlassen. (Profil 38/2011)

Und für das Amerlinghaus soll kein Geld das sein?
(detaillierte Infos zur geplanten Umstrukturierung finden sich nach dem Protestmail)

Wir ersuchen euch daher dringend, unten stehendes Protestmail – ob abgeändert oder nicht – schnell an die Zuständigen zu schicken (und in eurem FreundInnenkreis oder sonstigem sozialen Umfeld zu verbreiten!!!

Protestmail:
An:
michael.haeupl@wien.gv.at; maria.vassilakou@wien.gv.at;
christian.oxonitsch@wien.gv.at

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Stadtrat!

Das Amerlinghaus ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Es soll ein Teil des Hauses der Gesiba zur gewinnbringenden „Verwertung“ überlassen werden, die Jahressubvention gestrichen werden und somit das Haus in dieser Form zerschlagen werden.
Gleichzeitig sind Millionen von Euro da, um die Gesiba in Hinblick auf das Shopping-Center Gasometer zu entlasten.

Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass eine Zerschlagung des Amerlinghauses für mich nicht in Frage kommt. Jeder Versuch, das Projekt Amerlinghaus zu zerstören, wird auf meinen Widerstand stoßen.
Statt dessen fordere ich Sie auf, das Amerlinghaus zu entschulden und mit der für das schuldenfreie Arbeiten notwendigen Subvention auszustatten sowie die notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen.

Ich ersuche Sie, mich über alle Schritte zu informieren, die Sie in dieser Angelegenheit setzen.


Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus für Ihre Antwort


Fakten: Bedingungen der Gemeinde
Nun hat uns die Gemeinde Wien ihre Bedingungen für eine Entschuldung genannt. Diese Bedingungen bedeuten eine Zerschlagung des Hauses.
Konkret soll es die bisherige Subvention nur noch bis Mitte 2012 geben, danach soll das Haus eine völlig neue Struktur bekommen.
Was sind nun die Bedingungen der Gemeinde Wien?
- Die Räume werden massiv reduziert, die Hauseigentümerin Gesiba – die zu 100% der Stadt Wien gehört – wird den Rest gewinnbringend „verwerten“.
- Es soll in Zukunft keine Jahressubvention für das Haus geben, sondern nur noch Projektsubventionen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass Gruppen Miete zahlen müssen. Die Gruppen, die weniger leicht an Subventionen kommen, bleiben über.
- Es sollen nur noch bestimmte Gruppen im Haus bleiben. Vor allem jene Gruppen, die nicht zum „neuen Spittelberg“ passen und keine fixen eigenen Räume im Haus haben, werden dann keine Bleibe mehr haben. Das betrifft einerseits die politischen Gruppen, aber auch alle, die für eine bestimmte Sache einen Raum brauchen, etwa KünstlerInnen sowie
marginalisierte Gruppen (z.B. Arbeitslose) oder MigrantInnen.
Und auch die Gruppen, die im Haus bleiben können, stehen durch die „Projektfinanzierungen“ statt der Jahressubvention vor existentiellen Problemen
Für die Gruppen, die in diesem veränderten Haus dann keinen Platz mehr haben, soll es Ersatzräume, beispielsweise in Häusern der Begegnung geben. Doch dort wird niemand sehen, wenn Räume schleichend gekürzt werden und auch die Selbstbestimmung ist dort nicht gegeben.

Seit Jahren trommelt die FPÖ in fast jeder Wien-weiten Postwurfsendung gegen das Amerlinghaus. Wir haben den Eindruck, dass Rot-Grün hier vor dem Druck der FPÖ zurückweicht.


Zusammengefasst: ab Mitte 2012 soll es das Amerlinghaus in dieser Form nicht mehr geben. Die Räume werden gewinnbringend verwertet, die politischen Gruppen und viele andere werden vertrieben.


Wir alle sind das Amerlinghaus!

Abseits von Mainstream, Konsumrausch und mentalem Fast Food sind wir ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen es auch bleiben!

Wir brauchen Deine Unterstützung!

Das wird nicht ohne unseren entschiedenen Widerstand geschehen. Wir betrachten das als einen existentiellen Angriff auf unsere Existenz und werden entsprechend antworten.

Claudia und Renate, Büroteam im Amerlinghaus
Michael Bonvalot für die Gruppen im Amerlinghaus


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AMERLINGHAUS
Verein Kulturzentrum Spittelberg
Stiftg. 8, 1070 Wien
Öffnungszeiten (werktags):
Mo 16-22, Di-Fr 14-22 Uhr
Tel. 01/523 64 75 | Fax DW 15
www.amerlinghaus.at | amerlinghaus@inode.at

Presse

Solidarität mit dem Amerlinghaus! auf Facebook

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Aktuelle Infos, Stand Dezember 2011

Der Herbst 2011 war für das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus eine sehr turbulente Zeit. Wie bereits in den Jahren zuvor reichte die Jahressubvention aufgrund der seit vielen Jahren nicht erfolgten Wertanpassung für die letzten drei bis vier Monate des Jahres nicht mehr aus. In den im Oktober erfolgten Gesprächen mit der Magistratsabteilung 13 über ein Schreiben an die Bank zur Freigabe eines Überbrückungskredites stellte sich plötzlich heraus, dass die MA 13 den Plan hatte, das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus in der jetzigen Form nur mehr bis Ende Juni 2012 zu finanzieren. Für die Zeit danach gab es vage Pläne, einerseits einen Teil der Gruppen aus dem Haus auszusiedeln und über Wien zu verstreuen und andererseits nur mehr höchstens einen Arbeitsplatz im Verein Kulturzentrum Spittelberg zu finanzieren. Das Schreiben an die Bank zur Freigabe eines Überbrückungskredites wurde an die Bedingung geknüpft, dass der Vereinsvorstand dieser so genannten "Neu-Orientierung" zustimmen hätte müssen. Das brachte den Vorstand des Vereins Kulturzentrum Spittelberg in eine äußerst prekäre Lage, da er ja für die laufend höher werdenden ausstehenden Rechnungen haftete und der Verein sozusagen am Rande des Konkurses stand. Im November 2011 spitzte sich die Lage nochmals zu: Gehälter konnten nicht ausbezahlt werden, in Teilen des Hauses gab es keinen Strom, im Infobüro eine Woche lang weder Internet- noch Telefonverbindung. Diese existenzbedrohende Situation konnte durch die gemeinsame Öffentlichkeits- und Mobilisierungsarbeit von Seiten des Vorstandes, der Hausgruppen und der Mitarbeiterinnen, die eine Welle der Solidarität zur Folge hatte, abgewendet werden. Presse- und Fernsehberichte, eine wahre Flut von Protestmails an die zuständigen StadtpolitikerInnen sowie eine Demonstration am 29.11.2011 bewegten die roten und grünen StadtpolitikerInnen zum Einlenken. Wir danken all jenen noch einmal besonders herzlich, die sich auf irgendeine Weise an der Kampagne zum Erhalt des Kulturzentrums Spittelberg im Amerlinghaus beteiligt haben: Ihr wart großartig … Solidarität ist mehr als nur ein Wort!
In der Gemeinderatssitzung vom 16.12.2011 wurde mit den Stimmen der SPÖ und der Grünen eine außerordentliche Subvention in der Höhe von € 260.000,- für das Jahr 2012 für den Verein Kulturzentrum Spittelberg beschlossen. Das bedeutet zunächst einmal, dass die ausstehenden Gehälter der MitarbeiterInnen über den Umweg eines erhöhten Überziehungsrahmens bezahlt wurden sowie die offenen Rechnungen des Jahres 2011 schrittweise beglichen werden. Die Subvention selbst wird voraussichtlich noch im Jänner 2012 ausbezahlt werden. D.h. dass der Fortbestand des Kultur- und Kommunikationszentrums für das erste Halbjahr 2012 gesichert ist. Weiters wurde uns eine Entschuldung sowie die Sicherung des Betriebes über Juni 2012 hinaus in Aussicht gestellt. Über die Bedingungen dafür steht unser Verhandlungsteam, das aus VertreterInnen des Vorstandes, der Hausgruppen und der Mitarbeiterinnen besteht, mit der Magistratsabteilung 13 in laufenden Verhandlungen, über deren Fortgang wir Euch/Sie im nächsten Jahr informieren werden. Momentan ist jedenfalls keine Rede mehr von Personalkürzungen bzw. davon, dass wir weitere Teile des Hauses für eine kommerzielle Nutzung freimachen sollen. Die Frage der Sanierung sowie einer Mietreduktion durch die Gesiba, die unseren Informationen zufolge bereits beträchtliche Rücklagen aus den Mieten für das Amerlinghaus gebildet hat, ist noch offen und wird nächstes Jahr in Angriff genommen werden. Die Frage der Valorisierung der Jahressubvention ist ebenfalls noch nicht wirklich ausreichend geklärt. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich die Situation des Kulturzentrums Spittelberg im Amerlinghaus im Vergleich zu den angekündigten drastischen Einschnitten vor etwa zwei Monaten wesentlich verbessert hat und wir (gemeinsam mit Euch/Ihnen allen) einen kleinen Erfolg errungen haben.
Wir wissen, dass wir in der Frage der Art und Weise unseres Weiterbestandes weiterhin widerständig, kreativ und auch solidarisch mit vielen anderen kulturellen und sozialen Projekte und Initiativen, die vom Aus bedroht sind, sein werden müssen und wollen.

Auf ein kämpferisches Jahr 2012!
Für das Recht auf Stadt!
Gegen die Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes!


-> Presseaussendung 5. Nov 2011

Wien/Innenpolitik/Soziales/Rot-Grün/Amerlinghaus/Hausbesetzung

Wien: Rot-Grün will Amerlinghaus zusperren
Utl: Kulturzentrum Amerlinghaus soll ruiniert werden – Widerstand
angekündigt.

Wien. Die rot-grüne Stadtregierung will offenbar das traditionelle
alternative Kultur- und Kommunkationszentrum Amerlinghaus ruinieren. Die
Gehälter der Angestellten werden nicht mehr bezahlt, in Teilen des
Hauses gibt es bereits keinen Strom mehr. Bereits Anfang Sommer konnte
eine Räumungsklage nur knapp abgewehrt werden.

Für eine Vielfalt emanzipatorischer, selbstorganisierter Projekte,
kritischer Basiskulturarbeit, antirassistischer, interkultureller und
sozialer Arbeit ist der drohende Wegfall des Kulturzentrums im
Amerlinghaus existenzgefährdend.

Das Amerlinghaus, das seit Jahren vergeblich um die dringend notwendige
Wertanpassung der Subvention an die Inflation verhandelt, ist vom
jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Die
Stadtregierung schlägt aktuell vor, das Haus in dieser Form aufzulösen
und große Teile des Hauses der GESIBA zur gewinnbringenden Verwertung zu
übergeben. Um Druck dafür zu erzeugen, werden nun notwendige Gelder
zurückgehalten.

Renate Nahar: „Angestellte sitzen nun ohne Gehalt teils in Räumen ohne
Licht und ohne Telefon. Ist das rot-grüne Sozialpolitik? Wir fordern
sofortige und ernsthafte Verhandlungen von der Gemeinde!“

Über 50 Gruppen, Initiativen und Projekte, die das Haus regelmäßig für
vielfältige Aktivitäten nutzen, sowie ein weiter Kreis an punktuellen
NutzerInnen, die auf das Kultur- und Kommunkationszentrum als wichtige,
oft einzige Ressource angewiesen sind, kündigen entschiedenen Widerstand
an. Das Spektrum umfasst dabei politische Organisationen, Kindergruppen,
MigrantInnen-Initiativen, einen Roma-Kultur-Verein, Deutschkurse,
PensionistInnengruppen, Erwerbsarbeitslosen-Gruppen, Selbsthilfevereine,
Kunst- und Kulturprojekte sowie einen Verlag.

Michi Bonvalot kündigt einen heißen Winter an: „Das Amerlinghaus ist ein
zentraler Bezugspunkt für sehr viele Menschen in Wien. Der Preis für
eine etwaige Räumung des Hauses wird für Rot-Grün sehr hoch werden.“
Michi Bonvalot weiter: „Wir fordern den Erhalt des Hauses, die
ausstehenden Zahlungen sowie die Zuschüsse für dringende Sanierungen.
Wenn die
rot-grüne Stadtregierung denkt, dass sie am teuren Spittelberg ein Stück
widerständiges Wien gewinnbringend verkaufen kann, hat sie sich
geschnitten.“

Claudia Totschnig: Wir fordern, dass das Zentrum im Amerlinghaus, das
über 30 Jahre der Zuführung einer kapitalistischen Verwertung und
Kommerzialisierung, von der es umgeben ist, widerstanden hat, nicht nur
wegen seiner Geschichte, sondern auch wegen seiner gegenwärtigen
Position als interkulturelles, offenes und kritisches Zentrum als Teil
der emanzipatorischen Kultur in Wien erhalten wird!

Die Gemeinde-eigene GESIBA musste jüngst auf politischen Wunsch der
Stadt Wien Millionenverluste im Shopping-Center Gasometer schlucken.
Offenbar sollen nun Teile der Verluste durch eine Verwertung des
Amerlinghauses am Wiener Spittelberg aufgefangen werden.

Seit 33 Jahren ist das Kultur- und Kommunikationszentrum im Amerlinghaus
eine offene, niederschwellige Einrichtung, in der kritische, nicht
kommerzielle Kulturarbeit stattfindet, in der soziale und politische
Initiativen, oft auch gemeinsam, arbeiten. In einer Zeit, da immer mehr
emanzipatorische Projekte ums Überleben kämpfen und Freiräume
durchkapitalisiert werden, ist das Zentrum im Amerlinghaus eine der
wenigen Infrastrukturen, in welcher Initiativen und Menschen, die über
keine oder kaum eigene Ressourcen verfügen, unbürokratisch Zugang,
Unterstützung, Arbeitsraum, Vernetzungsmöglichkeiten sowie
Öffentlichkeit für vielfältige Aktivitäten finden.

KRISE BRAUCHT KULTUR!
KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS BLEIBT!

DAS IST EINE PRESSEAUSSENDUNG DES AMERLINGHAUSPLENUMS.

Rückfragehinweis:

Büroöffnungszeiten:
werktags Montag 16:00 - 22:00
werktags Di - Fr 14:00 - 22:00
01 523 64 75

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-> Kulturzentrum greift Raum
Amerlinghaus.Außen.Ausstellung
Mittwoch 22. Juni bis Freitag 15. Juni

-> Kulturzentrum macht Straßenpicknick!
Mittwoch 22. Juni - 17:00 bis 22:00
Wir planen eine Kundgebung in der Stiftgasse im Zusammenhang mit der Außenausstellung „Kulturzentrum greift Raum!“
Wir machen uns sichtbar und stellen eine Rute in die Stiftgasse!
Mit Infotischen, Vokü, Musik, Parolen usw.
Ideen: revolutionäres Scribble, Flugitext Workshop …

-> „Spendenbox“
Aufruf zur Spendensammlung!
Wir suchen & sammeln: Geschichten - Erinnerungen - Erlebnisse - Bilder - wichtige Momente - Bedeutungen - im Zusammenhang mit dem Kulturzentrum im Amerlinghaus oder was euch mit dem Kulturzentrum im Amerlinghaus verbindet!


-> Aus Stellung Außen Stellung Außen Ausstellung

Sommer. Der ganze Spittelberg ist von Gastgärten übersät. Der ganze? Nein! Ein kleines von Aktivist_innen eingepflanztes Kulturzentrum im Herzen des Spittelbergs widersetzt sich seit über 30 Jahren erfolgreich Kommerzialisierung und Konsumkultur…


- Wussten Sie ...
? dass das Kulturzentrum Amerlinghaus Ergebnis einer erfolgreichen Besetzung des Hauses im Jahr 1975 ist?
? dass am Spittelberg noch in den 1980ern vor allem arme und migrantische Menschen wohnten?
?dass der Spittelberg mittlerweile durch steigende Mieten seine Bevölkerungsstruktur völlig verändert hat?

Wissen Sie, was das Kulturzentrum im Amerlinghaus ist?
Wissen Sie, dass über 50 Gruppen und Initiativen im Kulturzentrum tätig sind?

Seit 33 Jahren ist das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus eine offene, niederschwellige Einrichtung, in der kritische, nicht kommerzielle Kulturarbeit stattfindet, in der soziale und politische Initiativen arbeiten.
Im Kulturzentrum – das übrigens mit dem Amerlingbeisl nichts zu tun hat – arbeiten derzeit rund 50 parteiunabhängige Gruppen, dazu kommen zahlreiche weitere Initiativen, die das Kulturzentrum für Einzelveranstaltungen nutzen.
Abseits von Mainstream, Konsumrausch und mentalem Fast Food sind wir ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen es auch bleiben.
Für eine Vielfalt emanzipatorischer, selbstorganisierter Projekte, kritischer Basis¬kulturarbeit, antirassistischer und kulturpolitischer Arbeit wäre der Wegfall des Kulturzentrums im Amerlinghaus als etabliert-engagiertes Zentrum und Ressource existenzgefährdend.

Das Kulturzentrum Amerlinghaus ist in Gefahr!
Der Grund: seit 2004 wird die Subvention der Gemeinde Wien nicht mehr wertangepasst – die Kosten für Miete an die GESIBA, Infrastruktur, Energie und Gehälter, … sind in dieser Zeit aber natürlich angestiegen. Jahrelang wurde an allen Ecken und Enden gespart. Nun steht das Zentrum vor dem Aus.

Nicht nur das Kulturzentrum im Amerlinghaus ist gefährdet, viele andere Initiativen im zivilgesellschaftlichen und autonomen Bereich kämpfen ums Überleben, auch ihnen gilt unsere Solidarität. Wir meinen, dass es eine grundlegende Frage der Politik ist, wie weit in einer Stadt wie Wien weitgehend selbstbestimmte offene Gruppen und Initiativen unterstützt werden und ihnen Öffentlichkeit zugestanden wird. Oder aber ob durch eine Versagung dessen die soziale Kultur wieder einen Schritt enger und ärmer gemacht wird. Es kann nicht sein, dass immer wieder Gruppen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, indem noch mehr soziale, kulturelle und materielle Ressourcen ausgetrocknet werden. Wir halten diese Entwicklung für gefährlich.

Daher setzen wir ein Zeichen! Kulturzentrum greift Raum!
Amerlinghaus.Außen.Ausstellung

AMERLINGHAUS BLEIBT!

ALTE AKTIONEN

Donnerstag 16. September 15:00 - 18:00

WIR STREIKEN!
KULTURZENTRUM SPITTELBERG | AMERLINGHAUS IN GEFAHR!
GEHÄLTER DER MITARBEITERINNEN AB SEPTEMBER 2010 NICHT MEHR GESICHERT

Streik-Aktion der Mitarbeiterinnen des Kulturzentrum Spittelberg

Infostand vor dem Museumsquartier/Ecke Mariahilferstraße

Streikposten im Amerlinghaus

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Samstag 25. September 15:00 - 17:00

Aktionstag Amerlinghaus darf keine Tiefgarage werden!
Mariahilferstrasse / Neubaugasse

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Freitag 1. Oktober 16:00 - 22:00

Strassenfest in der Stiftgasse
Platz.da?!

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Kulturzentrum Spittelberg | Amerlinghaus in Gefahr
Stand September 2010

Das Kulturzentrum Spittelberg | Amerlinghaus ist in Gefahr. Eigentlich müssten wir mit Ende September zusperren, da Miete, Gehälter, Energie-, Bürokosten usw. nicht mehr bezahlt werden können. Trotz inflationsbedingtem Mehrbedarf und langen Verhandlungen wurde unsere Subvention durch die Gemeinde Wien auch 2010 nicht wertangepasst. Gegenwärtig versuchen wir uns nun, mit einer Solidar-Vorschussaktion (näheres unter ...) in das nächste Jahr hinüberzuretten. Unsere politische Forderung an die Gemeinde, den (bereits auf ein Minimum reduzierten) Grundstock an Mitarbeiterinnen sicherzustellen sowie das Kulturzentrum im Amerlinghaus als Kommunikationsraum und Ressource für eine Vielzahl von Gruppen und Einzelpersonen zu erhalten, bleibt bestehen.

Das Kulturzentrum Spittelberg | Amerlinghaus

Seit 32 Jahren ist das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus eine offene, niederschwellige Einrichtung, in der mit möglichst wenigen Vorschriften und Einengungen kritische, nicht kommerzielle Kulturarbeit stattfindet, in der soziale und politische Initiativen, oft auch gemeinsam, arbeiten. An die fünfzig parteiunabhängige Gruppen benutzen, gegen ganz geringe Beiträge oft auch unentgeltlich, die Räume des Amerlinghauses. Dazu kommen noch die fixen Bestandteile des Hauses - verein exil, Vereinigung für Frauenintegration, Kindergruppe Amerlinghaus sowie eine Reihe von Initiativen, die das Kulturzentrum für Einzelveranstaltungen nutzen. Für viele dieser Initiativen wäre der Wegfall des Kulturzentrums im Amerlinghaus als nicht-kommerzieller Raum für zahlreiche emanzipatorische, selbstorganisierte Projekte, kritische Basiskulturarbeit, antirassistische und kulturpolitische Arbeit, existenzgefährdend.

Das Amerlinghaus selbst gehört der Gemeinde Wien und wird durch die GESIBA verwaltet. Das Kulturzentrum Spittelberg wird vollständig durch die MA 13 subventioniert, wobei ein Teil der Subvention (mittlerweile ca. 1/5) als Miete an die Gesiba geht. Bis 2004 wurden die Subventionen in unregelmäßigen Abständen wertangepasst. Seitdem nicht mehr. Bereits 2004 waren wir außerdem genötigt, Personalkürzungen und Einsparungen vorzunehmen.

Krise

Im September 2009 wurden sich bereits seit geraumer Zeit ankündigende finanzielle Probleme virulent. Trotz des rigiden Sparkurses der vergangenen Jahre waren wir an einem Punkt angelangt, wo die Situation des Kulturzentrums prekär wurde. Der Subventionswert wird immer weniger, Fixkosten werden immer höher. Diese allein - Miete, Gehälter für 3 Teilzeit-Arbeitnehmerinnen und eine Vollzeit-Putzarbeiterin, Betriebskosten (Strom, Wasser, Heizung) sowie der Beitrag zur ständigen Zusammenarbeit mit dem verein exil im Amerlinghaus - verbrauchen die gesamte Subvention. Kostensteigerungen werden aber nicht mehr ausgeglichen, zusätzliche Projektfinanzierungen sind schwierig bis unmöglich zu lukrieren; Banken und Krankenkassen sind immer weniger kulant, Reparaturen und Materialien werden immer teurer, was alles zusammen unseren Weiterbestand in der jetzigen Form massiv gefährdet.
Gleichzeitig wird im Hinblick auf unsere Arbeit an Anzahl und Zusammensetzung der Personengruppen, die das Amerlinghaus nutzen, deutlich, wie wichtig und unverzichtbar Häuser wie unseres gesamtgesellschaftlich sind. Daher beschlossen wir Ende letzten Jahres, diesbezüglich mit der Gemeinde in Verhandlung zu treten.

Gescheiterte Verhandlungen

Ende Juni sind nun unsere Verhandlungen mit der MA13 gescheitert. Nachdem wir bis dahin immer noch Erwartungen in Richtung eines Entgegenkommens von Seiten der Gemeinde in Bezug auf unsere Forderung nach Wertanpassung der Subvention und Mietreduzierung, Entschuldung und Sanierungszuschuss hatten, steht jetzt fest, dass von Seiten der politisch Verantwortlichen taktiert, abgeschasselt und gemauert wird. Die zur Weiterführung des gleichen Betriebs nötigen zur seit 2004 gleich gebliebenen Subvention von € 250.000,- geforderten zusätzlichen € 40.000,- gibt es genauso wenig, wie die für eine minimale erstmalige Renovierung seit 30 Jahren benötigten € 20.000,-. Darüber hinaus bekommen wir im Gegensatz zu den vergangenen Jahren auch keinen Vorschuss auf die Subvention, der wegen der angehäuften Schulden nötig ist, UND die Banken geben nicht nur uns, sondern allen subventionierten Vereinen keinen Überziehungsrahmen mehr. Das bedeutet, dass mit Ende September kein Geld mehr da ist, Miete, Gehälter und sonstiges zu zahlen. Eine politische Diskussion fand nicht statt. Die Botschaft, die wir von Seiten der offiziellen Politik erhalten haben, ist: helft euch selbst, die Gemeinde hat nicht mehr Geld.

An Geldmangel leidet die gemeindenahe Gesiba, die das Amerlinghaus als Eigentum der Stadt Wien verwaltet, jedenfalls nicht. Das Viertel um den Spittelberg ist ein Musterbeispiel für Gentrifizierung. "Schon bald erkannte die GESIBA den Wert von Altbestand und engagierte sich in Stadterhaltungs- und Sanierungsprojekten, wie der Revitalisierung des "Spittelbergs" im 7. Bezirk. Modern wohnen in alten Häusern - ein Erfolgsgeheimnis, welches international Furore machte." (www.gesiba.at) Das ist eine Entwicklung, die die AktivistInnen, die das symbolkräftige Amerlinghaus im Zentrum des Spittelbergs instandbesetzten, sicher nicht beabsichtigten, die aber unter den gegenwärtigen Machtverhältnissen nur schwer zu verhindern scheint.

Das Kulturzentrum zahlt direkt von der Gemeindesubvention über € 50.000,- im Jahr Miete an die Gesiba (für ein Objekt, das der Gemeinde selbst gehört!) - das entspricht in etwa der Summe der nicht erfolgten Anpassung, die wir für die Gewährleistung des Fortbestands des Kulturzentrums benötigen.

Es ist kein Geld da, wird uns gesagt. Geht es nicht vielmehr darum, dass Geld nur mehr für "wachstumsrelevante" Projekte da ist, während an anderer Stelle durch "Einsparungen" an den Lohnabhängigen gespart wird und an nach neoliberaler Logik nicht wachstumsrelevanten Sektoren wie Sozialversorgung, Basiskultur, politischer Bildung, Trans- und Interkulturellem? Ist es das, was die politisch Verantwortlichen wollen?

Und nun?

Soll uns etwa das AMS (Ja, ja, das Arbeitsmarktservice) über die Krise "helfen"? Wie ist das vorzustellen? Einzelne Mitarbeiter_innen gehen ein paar Monate in die Arbeitslose, kassieren Arbeitslosengeld (auch Steuergelder, diesmal halt auch vom Bund) und sollen weiter arbeiten wie gehabt? Wir hören, das ist nicht unüblich und hätte schon einige Einrichtungen vor dem Aus gerettet - das soll ein Lösungsansatz sein?

Führende sozialdemokratische Politiker_innen Wiens der Siebzigerjahre (Fröhlich-Sandner, Gratz, Zilk) verstanden und schätzten den Wert des Amerlinghaus für das politische Klima in der Stadt. Sie erkannten auch die Umwegrentabilität solcher Einrichtungen. Die damalige Vizebürgermeisterin sagte noch wenige Monate vor ihrem Tod 2008, bei einer Podiumsdiskussion im WUK, dass Arena, Amerlinghaus, WUK und ähnliche alternative Einrichtungen der öffentlichen Hand viele Kosten im Gesundheits-, Polizei- und Justizwesen ersparen. Auch dieser Gedanke ist den heutigen Politikern nicht mehr so einsichtig.

Aha, also ist das Amerlinghaus kein Tourismusträger, nicht Mainstream genug, nicht gut für das Image der Stadt Wien? Bringt auch keine Wähler_innenstimmen? Ob die derzeitige Stadtpolitik, Bierzelte und Jahrmarkt genug Motivation sind, die Stimme NICHT dem Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zu geben, ist fraglich.

Bedeutet die Absage der Stadt Wien, dass zukünftig keine kritischen Ränder und Räume mehr gefördert werden sollen? Dass es den Entscheidungsträger_innen vollkommen egal ist? Oder sogar noch schlimmer, dass beabsichtigt ist, Kriminalisierung und Repression als hegemoniale Strategien noch weiter voranzutreiben?

Die Frage ist nicht, ob uns die Gemeinde Wien finanzieren kann, sondern ob sie es will. Will die Stadtregierung neben Weihnachtsbeleuchtung, Hoch(glanz)kultur, Events und Inseratenkampagnen auch die Demokratie und die Aktivitäten der Zivilgesellschaft fördern?

Was tun?

In mühsamer Kleinarbeit Spenden sammeln, also Geld von denjenigen nehmen, die selber auch nicht viel haben - wir rechnen kaum damit, dass uns finanzkräftige Menschen unter die Arme greifen. Uns selber verkaufen, dass heißt, das Produkt Amerlinghaus an den/die Meistbietende_n versteigern und unsere Arbeitszeit damit verbringen, Gelder zu lukrieren anstelle qualitativer, inhaltlicher Arbeit?

Wir sollen mehr Eigenmittel erwirtschaften. Der Trend: eine Einrichtung kann nicht immer der/dem Steuerzahler_in auf der Tasche liegen. Die Zeiten sind vorbei, in denen Kultur- und Sozialträger unwirtschaftlich denken konnten, jetzt muss sich die Einrichtung eben selber was einfallen lassen, um sich zu finanzieren. Also wie haben wir uns das vorzustellen - dass es nur mehr soziale und kulturelle Einrichtungen gibt, die a.) wirtschaftlich cleverer und geschickter sind als die anderen und/oder b.) von einem Unternehmen abhängig sind?

Fällt uns jetzt unsere Abhängigkeit von staatlichen bzw. Gemeindeinstitutionen auf den Kopf?

Es kann nicht sein, dass das Amerlinghaus als offenes, generationen-, subkulturen- und politics-übergreifendes Haus tot gespart wird. Wenn es zu keiner Entschuldung und keiner Evaluierung der Subvention durch die Stadt kommt, dann muss das Amerlinghaus im Herbst 2010 seinen Betrieb einstellen. Zumindest das, was das Haus bisher ausmachte, ist dann nicht mehr möglich. Irgendwas kann die Gemeinde schon mit dem Haus machen, aber dann hat sie einen der letzten Orte selbstbestimmten und geförderten Handelns in dieser Stadt preisgegeben.

Das wollen wir aber nicht!

KRISE BRAUCHT KULTUR!

Es kann nicht sein, dass für Einrichtungen, die nicht der neoliberalen Verwertungslogik entsprechen, immer weniger Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wir sind kein Einzelfall, und wir meinen, dass es im öffentlichen Interesse liegt, vielfältige kritische Denk-, Handlungs-, Lebens- und soziale Räume zu erhalten.

Wir möchten - rechtzeitig zum Wiener Wahlkampf und darüber hinaus - daran arbeiten, eine politische Diskussion um Kultur- und Sozialpolitik, Perspektiven für nicht-mainstreamige und kritische, gesellschaftsemanzipatorische Initiativen und Gruppen voranzutreiben und darüber hinaus Interventionen und vielfältige Aktionen im Haus und im öffentlichen Raum setzen. Das können und wollen wir nicht allein tun. Vernetzung, Solidarität und Koordination sind Voraussetzungen für politische Bewegung.

Infos gibt es auf unserer Homepage: www.amerlinghaus.at

Es gibt auch eine Facebookseite unter: Solidarität mit dem Amerlinghaus! | Facebook

Tun wir uns zusammen, handeln wir solidarisch, lasst uns unbequem sein!

Für mehr und nicht weniger politische, soziale, kommunikative Zentren! Für mehr emanzipatorische politische Kultur!

KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS BLEIBT!